1900 - 59 Häuser, 13 davon zum Gut.

1900 - Holland wird letztmalig als Vorwerk benannt, danach aufgegeben.

1900 - Bankier Leipziger gestorben.

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1907 - Dorf: 1 Gastwirt (14 ha Land), 1 Schmiedemeister (7 ha), 1 Mühlenbesitzer (8 ha), 1 Büdner (4 ha), 1 Viehhändler (3 ha), 1 Tischlermeister (3 ha), 1 Pastor, 1 Pastorswitwe, 1 Lehrer, 1 Königlicher Förster, 1 Rentier; Gut: 1 Rittergutsbesitzer (235 ha), 1 Inspektor, 1 Schweizer (Melker), 1 Landwirt (29 ha), 1 Bäckermeister, 1 Königlicher Hilfsförster, 2 Rentiers

1907 - Es werden für Baßdorf ein Gutsbesitzer mit 56 ha Land und eine Fischereibesitzer mit 86 ha genannt.

1907 - Verhandlung über den Ausbau der Straße Templin - Vietmannsdorf - Groß Dölln.

1909 - Erneuerung des Zaunes um den Kirchhof (Drahtzaun).

1910 - Bepflanzung des Kirchhofsweges mit Bäumen. Erwerb einer Feuerspritze aus Templin für 45 RM.

1913 - Die Gebühren für die Begräbnisplätze werden festgelegt.

1913 - Im Templiner Kreisblatt vom 15.4.1913 lesen wir: „Am 16. Juni 1913 soll das Hausgrundstück des Militärinvaliden August Lamprecht in Baßdorf verzeichnet im Grundbuche von Baßdorf Band 1 Blatt 2, mit Garten und Acker von 57 Ar, 54 qm mit 85/100 Talern Grundsteuerreinertrag und 150 Mark Gebäudesteuernutzungswert an hiesiger Gerichtsstelle versteigert werden. Templin den 7. April 1913.  Königliches Amtsgericht"

1913 - Im Templiner Kreisblatt vom 18.11.1913 lesen wir: „Das Gut Baßdorf bei Templin bisheriger Besitzer Ziemke, ist für den Preis von 102.000 Mark an Herrn Pickbrenner aus Elsenau (Posen) verkauft. Übergabe und Auflassung hat bereits stattgefunden.

1914 - 30. Juni - Verkauf des Rittergutes Vietmannsdorf.

1914 - 1. August - telefonische Benachrichtigung zur Mobilmachung am 2. August. Viele folgten in den nächsten Tagen und Jahren dem "Ruf des Vaterlandes um es mit Leib und Leben gegen den Ansturm der Feinde aus aller Welt zu schützen". Hegemeister Kempe schlug in einer Versammlung vor, dass den Frauen der Einberufenen, von den zurück gebliebenen, in der Wirtschaft geholfen werden sollte, alle versprachen es. Aber als es an der Zeit war die Versprechungen zu erfüllen, waren wenige bereit dazu.

1914 - 1918 - Im ersten Weltkrieg sind 24 Vietmannsdorfer gefallen.


1915 - Im Templiner Kreisblatt vom 17.2.1915 lesen wir: Die Wiedereröffnung der Landwirtschaftsschule des Kreises in Baßdorf, soll im Herbst dieses Jahres erfolgen.

1915 - Im Jahre 1915 wurde das Land hinter der Schule gemeinsam von der Gemeinde und der Kirche in einer Größe von 61,47 ar als Lehrer und Küsteracker angekauft, welches später zum Neubau einer neuen Schule verwendet werden soll. Ebenso wird auf dem Schulhof einer neuer Brunnen gebaut.

1917 - Die große Glocke wurde "dem Vaterlande zum Opfer gebracht". "Am 30. Juni 1917 wurde eine Kirchenglocke, nachdem sie 450 Jahre die Vietmannsdorfer zur Kirche gerufen hatte, abgenommen um dem Vaterland geopfert zu werden. Sie ging den Weg in die Metallschmelze´, um zu Granatringen verarbeitet zu werden. Sie hatte an dem Tage zum letztem Mal zum Gottesdienst gerufen und wurde nachher abgenommen, von dem Zimmermeister Wilhelm Ziemkendorf vom Turm gebracht mit Blumen bekränzt und photographiert, um dann hinaus zu ziehen, von der Schuljugend begleitet mit dem Lied 0 Deutschland hoch in Ehren." (Abitz 1939)

1918 - "Es wurde hier auch wie schon überall eine Rationierung der Butter vorgenommen. Es richtete sich nach der Menge der Milchkühe, es gab im Durchschnitt pro Person 40-60-80 Gramm Butter, aber eine geregelte Versorgung  war hier unmöglich, nicht etwa an der Zahl der Milchkühe, sondern an der Wiedersetzlickkeit der Kuhhalter, hier trat der Charakter der einzelnen in Erscheinung, wer etwas hatte, der gab nichts ab, ob der andere welcher nicht Kuhhalter war trockenes Brot zum Essen hatte kümmerte dem anderen herzlich wenig. Alle Versprechungen zu Anfang des Krieges waren schon vergessen. Die Beschwerden an die Kreisfettstelle waren erfolglos, weil diese Stelle zu schwach war um sich durchzusetzen. Ein Vietmannsdorfer machte den Ausspruch der die Gesinnung der Kuhhalter trefflich zum Ausdruck brachte: " Lieber schmiere ich mir die Butter fingerdick aufs Brot, ehe ich ein Gramm Butter abgebe". Sie verschoben lieber die Butter für teures Geld nach Berlin und wurden dadurch Nutznießer des Krieges, was kümmerte Ihnen das wenn der andere Dorfgenosse nichts hatte. Ebenso schlimm wie die Fettnot war die Beleuchtungsknappheit. Petroleum gab es monatlich für jeden Haushalt nur 3/4 Liter doch war die Belieferung nicht regelmäßig. Lichte und Spiritus waren kaum zu bekomme. Nur einer hatte Licht im Überfluß, dort konnte man die Lampe jeden Tag von 6 Uhr abends bis 11 Uhr Nachts brennen sehen (Pastor Schönian) Im Winter 1918/19 wurde dann die Karbidlampe eingeführt, es war ein sehr unsicheres Licht aber wenigstens Licht, wenn auch die ganze Stube danach stank." Abitz 1939

1918 - Noch nachdem der Waffenstillstand abgeschlossen war, hatte Vietmannsdorf noch einen Verlust zu beklagen. Der Arbeiter Rudolf Rossius welcher bei einer fahrenden Abteilung in Mazedonien war, wurde auf dem Rückzug in die Heimat krank und musste am Wege liegen bleiben und ist seitdem verschollen. Die Witwe Minna Rossius geb. Heuer wartete noch vie Jahre auf seine Rückkehr, weil Sie immer noch glaubte, dass er in Gefangenschaft gekommen sei und später wie einige andere zurückkommen würde.

1919 - 2.3.: Erste Wahl nach dem Krieg. Gewählt wurden: Karl Dräger, Karl Vetter, Willi Ziemkendorf, Walter Sommerfeld, Johann Gleschinski., Karl Nölte, Fritz Bolze, Wilhelm Piper, Albert Ziemkendorf sen.

1920 - Errichtung des Denkmal für die Gefallenen des Krieges.

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1921 - Bekanntmachung vom 4. Oktober 1921 über erteilte Jagdscheine unter vielen anderen auch der Herr Major Benzlaff aus Baßdorf.

1924 - Am 4.5. fanden Reichstagswahlen statt. Im Kreise Templin brachte die Wahl einen Ruck nach rechts. Hier sollte es anders sein. Vietmannsdorf wählte folgendermaßen:

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1925 - Volkszählung brachte 398 Einwohner.

1926/1927 - Der Kirchplatz erhielt im Zuge der Rekonstruktion der Kirche eine Ziegelsteinmauer, die jedoch schon 1945 zur Baumaterialgewinnung wieder abgetragen wurde.

1926/1927 - Beginn des Abbruchs der alten Kirche am 2.8.1926, hier waren die Zimmermänner Otto Ziemkendorf und Hermann Benthin tätig. Den Aufbau der Kirche tätigten allerdings nicht Vietmannsdorfer Firmen, sondern das Baugeschäft Gaede und Zimmerei Werner aus Templin. Die Kirche erhielt 2 neue Stahlglocken aus Bochum, als Ersatz für die große, die 1917 eingeschmolzen wurde und die kleine, die noch als Uhrglocke im Turm hing. Was mit der kleinen geschah ist heute nicht mehr genau belegt. Jedenfalls läuteten die neuen Glocken wieder ab dem 12.11.1926 zum Gottesdienst. Pfarrer zu diesem Zeitpunkt war Walter Luchterhand. Am 12.8.1927 wurde dann die Kirche feierlich geweiht.

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1926 - Vietmannsdorf erhielt die erste Straßenbeleuchtung mit insgesamt 10 Brennstellen.

1927 - Landung einer Junkers auf einem Stoppelfeld in Vietmannsdorf Richtung Dargersdorf.

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1928 - Nachdem Vietmannsdorf im Jahr 1924 dem Hammerfließverband beigetreten war wurde im Herbst 1928 der Polsensee um 1,50 Meter abgesenkt (geplant waren ursprünglich nur 1,08 Meter). Damit verlor die Mühle ihre natürliche Antriebskraft.

1928 - Baßdorf wurde mit der Gemeinde Vietmannsdorf vereinigt.

1928 - Gründung einer Ortsgruppe der NSDAP, die dritte im Kreis Templin und die erste auf den Dörfern des Kreises. Gründer sind in erster Linie die Einwohner Lehrer Jeserigk, Förster Otto Gantzer und der Monteur Karl Abitz.

1929 - Im Januar gründete sich dann hier auch gleich der "Frauenorden zum roten Hakenkreuz", der in der Zeit des Nationalsozialismus umgewandelt wurde in die N.S.-Frauenschaft.

1930 - Nun wurde die Wassermühle elektrisch angetrieben und vom Müllermeister Otto Bolze übernommen.

1930 - Reichstagswahlen im Deutschen Reich. Die Wahlbeteiligung lag in Vietmannsdorf bei 75%. Die KPD erhielt 129 , die NSDAP 60, die SPD 24 und die Deutschnationale Partei 10 Stimmen. Im Herbst 1930 wird Lehrer Richard Jeserigk wegen seiner politischen Einstellung aus dem Amt nach Schlenzer bei Jüterbog versetzt.

1932 - 6. Juli: Das Sägewerk von Otto Ziemkendorf brannte nieder, daraufhin sträubte sich der Gemeinderat nicht mehr gegen die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr.

1933 - 30.1. Machtübernahme durch die Nationalsozialisten. Verbot der KPD und anderer Parteien. Auch im Ort wurden Verhaftungen durchgeführt. Hier unter anderem der hiesige KPD - Führer Karl Vetter, der aber durch Bürgschaft des damaligen Ortsgruppenleiters K. Abitz und des SA-Truppführers Otto Gantzer aus dem Gefängnis geholt wurde.

Wahl März 1933:

1936 - Gründungszeitraum des Zimmerergeschäftes mit Sägegatter von Hermann Benthin.

1937 - Für die Feuerwehr wurde die erste motorbetriebene Spritze angeschafft, durch den Krieg ging diese jedoch verloren.

1938 - Die Eingemeindung von Stempnitz nach Templin betreffend finden sich in den Gemeindeakten folgende Niederschriften:

 

Beratungsniederschrift der Gemeinderäte vom 30. Mai 1938 - Tagesordnungspunkt 1 - Eingemeindung des zu Baßdorf gehörenden Teils von Stempnitz zu Templin wurde der Antrag des Dr. Schmidt-Schleußner auf Eingemeindung des Vorwerks Stempnitz, Templin gehörig zur Gemeinde Vietmannsdorf nach Beratung mit den Gemeinderäten folgender Beschluß gefaßt: Dem Ersuchen der Gemeinde Templin um Zahlung einer Abfindungssumme nicht entsprechen zu wollen. Bei der Gemeinde Vietmannsdorf handelt es sich um eine Gemeinde, die sich nur notdürftig durchschlägt. Hingegen ist die Gemeinde Templin wohl in der Lage auf die Steuereinnahmen von Baßdorf (Stempnitz) zu verzichten. Die Gemeinde Vietmannsdorf bittet daher, dies höheren Ortes herbeiführen zu wollen. Sollte danach auf Zahlung einer Abfindung bestanden werden, so muß die Gemeinde Vietmannsdorf auf die Eingemeindung hier verzichten.

Unterschrieben von den Gemeinderäten Abitz, Schlörb, Ziemkendorf, Benthin, Rähn und Ramacher

 

Beratungsniederschrift der Gemeinderäte vom 7. Oktober 1938  - Tagesordnung - Eingemeindung von Stempnitz - Aufgrund der mündlichen Besprechung des Landraths mit dem Bürgermeister müsse vom Letzteren, den Gemeinderäten die endgültigen Bedingungen der Eingemeindung bekannt gegeben werden. Nach Anhörung der Gemeinderäte wurde folgender Beschluß gefaßt: Die Gemeinde steht auf dem Standpunkt, dass die Gemeinde nur ein Rest von 2000 M zahlbar, der auf sie fallenden Teiles auf die Dauer von 7 Jahren tragbar sei. Der Landrat allerdings hat anders verfügt, auf den Betrag von 2500 M. Notgedrungen irgendwelche Zinsen oder Kosten kann die Gemeinde nicht tragen, sondern müssten vom Antragsteller Gut Baßdorf übernommen werden. Es müsste auch eine grundbuchamtliche Eintragung getroffen werden, wonach das Gut Baßdorf bis zur endgültigen Abtragung der Abfindungssumme mindestens den Steuersatz an Templin weiterentrichtet, den es bisher an Templin gezahlt hat.

Unterschrieben von den Gemeinderäten Abitz, Ramacher, Rähn, Schlörb, Benthin, Otto Ziemkendorf

1938 - 10-Jahres-Feier der NSDAP Ortsgruppe.

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Interessantes im Templiner Kreiskalender 1939

1939 - Im Jahre 1939 warfen englische Flieger Flugblätter, auch über Vietmannsdorf ab. Flugblatt aus der Sammlung Karl Abitz:

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1939 -1945 - Im zweiten Weltkrieg sind 35 Vietmannsdorfer gefallen.

1940 - Bericht über den 90. Geburtstag des Zimmerermeisters Wilhelm Ziemkendorf. 

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Auf dem Höhepunkt der Macht steht die Bevölkerung hinter der Regierung.

1942 - Der Zimmerermeister Wilhelm Ziemkendorf, der Gründer des Ziemkendorfschen Sägewerkes mit Zimmerei, verstarb im hohen Alter von 92 Jahren.

1944 - Kindesaussetzung in Basdorf!

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1945 - Am 2. Mai rückte nach stärkerem Beschuss, bei dem auch die Kirche getroffen wurde, die Rote Armee ein. Nach der Chronik wurde überliefert, dass die Schauspielerin Margarethe Bergen-Schirau, die im Haus Elli Kassube wohnte vom Kirchturm die weiße Fahne hisste.

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Heimatverein Vietmannsdorf-Dargersdorf e.V.
Fröhlenende 6b
17268 Templin OT Vietmannsdorf

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Telefon: 039882 619985
Telefax: 039882 49024
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