Vietmannsdorf.... Woher stammt der Name oder was bedeutet er?

Mit einer Anfrage an den bekannten Namensforscher Prof. Dr. Jürgen Udolph​, bezüglich einer weiteren Bedeutung des Namens kam folgende Antwort:

"Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe jetzt das Buch, welches ich einsehen wollte, bekommen. Es handelt sich um den 9. Teil des Brandenburgischen Namenbuches: „Die Ortsnamen der Uckermark“, bearbeitet von Sophie Wauer (Weimar 1996).

Frau Wauer war fundierte Kennerin der slawisch-deutschen Namenforschung und daher mit den Besonderheiten der brandenburgischen Namenlandschaft vertraut.

Sie bearbeitet den Namen Vietmannsdorf im Buch auf S. 245. Ich hänge Ihnen ein Foto der betreffenden Stelle mit an. Es wird in dem Abschnitt deutlich, dass man von einem mit einem Personennamen gebildeten Ortsnamen auszugehen hat, wobei nicht entschieden werden kann, ob es sich um einen rein germanisch-altdeutschen oder aber um einen slawischen Rufnamen handelt.

Von Wittum o.ä. ist nicht auszugehen, zumal hier die Belege dagegen sprechen. Der Ortsname ist als komponierte Bildung mit dem Grundwort -dorf (mittelniederdeutsch -dorp/-dörp) zu verstehen, daher wäre bei einer Annahme, dass ein Wort wie Wittum im ersten Namenteil, dem Bestimmungswort, Vitumans- enthalten sein solle die Frage gegeben, was das -ans- im Mittelteil sein sollte. Die sprachliche Struktur des Namens spricht eindeutig für eine Trennung in Vitumans- und -dorp bzw. wie es Frau Wauer entsprechend formuliert hat.

Ich hoffe, dass ich Ihre Frage damit klären konnte. Falls Sie Fragen zu den sprachwissenschaftlichen Abkürzungen haben, melden Sie sich gern wieder bei mir.

Freundliche Grüße,

Kristin Loga M. A.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Prof. Udolph - Zentrum für Namenforschung"

 

Im oben genannten Buch steht folgender Text:

"749. Vietmannsdorf (Templin/Templin)

Landgemeinde ssö Templin.

1281 vitumansdorpe (...), 1287 Vitemanstorp (...), 1304 Vithmansdorp (...), 1375 Witmanstorp (...), 1494 Fichemstorff (...), 1541 Vytmestorff (...), 1632 Vietmannstorf oder Vietenstorff, Vietmanstorff (...), 1861 Vietmannsdorf (...) - mundartlich fitǝnsdörp (Anmerkung: plattdeutsch?)

Für Vietmannsdorf sind zwei Grundarten zu erwägen:

1. Gf. mnd. *Wit(u)man(e)sdörp 'Dorf eines Wit(u)man', wobei der Personalname - falls das Erstglied mit althochdeutschem witu, altsächsich widu 'Wald' in Verbindung gebracht werden kann - in der hochdeutschen Form mit t überliefert ist. Vergleiche die Personalnamen Witold, Witolf neben Widulf und Widukind.

2. Gf. mnd. *Vit-man(e)sdörp, ein slawisch-deutscher Mischname, der im BW einen VN aplb. (polabisch) *Vit-man enthölt, der jedoch nicht länger belegt ist, im Erstglied aber zu urslawisch *vitъ 'Herr, Mächtiger' zu stellen wäre, vergleiche pp. Vitomer, Vitoslav, im Zweitglied -man zu urslawisch *maniti 'betrügen, dazu siehe Malec ...

Enders (Uckermark 48) geht bei Vietmannsdorf von einem slawisch deutschen Mischnamen aus, der im BW den KN *Vitan enthält. Die Überlieferung läßt jedoch einen solchen Ansatz des PN nicht zu."

Wer Professor Dr. Udolph erleben möchte, kann sich bei youtube eine erfrischende Aufzeichnung anschauen: https://www.youtube.com/watch?v=59dSerHtHuw

 

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